Kurzpräsentation zum Projekt hier ...
Auch wenn der Anteil von Beschäftigten ohne abgeschlossene Berufsausbildung an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in den letzten 10 Jahren erneut deutlich gesunken ist, bilden sie mit rund 16% nach wie vor eine relevante Personengruppe. Relevant auch deshalb, weil die Qualifikationsanforderungen in der Wirtschaft in den nächsten Jahren weiter ansteigen werden. Zugleich sind gerade angelernte Mitarbeiter/-innen nach wie vor überdurchschnittlich von Arbeitslosigkeit betroffen, insbesondere von verfestigter Dauerarbeitslosigkeit. Die Bedeutung des lebenslangen Lernens zur Bewältigung dieser Herausforderungen ist zwischenzeitlich zwar unumstritten, dennoch sieht die Realität oft anders aus. Diese Beschäftigtengruppe ist bei formellen Bildungsmaßnahmen unterrepräsentiert und arbeitet signifikant häufiger in Tätigkeitsbereichen mit geringeren Lernpotenzialen. Angesichts dieser Situation ist es aus sozial-, arbeitsmarkt- und gesellschaftspolitischen Gründen erforderlich, Strategien zu entwickeln, wie die Beschäftigungschancen für angelernte Mitarbeiter/-innen gestärkt werden können – auch im Interesse der Unternehmen.
Erforderlich hierzu ist aus unserer Sicht ein integrierter Handlungsansatz, der zum einen bei den Personen ansetzt und dazu beiträgt, deren Beschäftigungsfähigkeit (Gesundheit, Kompetenz und Motivation) zu erhalten und zu entwickeln, und der zugleich die Arbeitssysteme mit einem hohen Anteil angelernter Mitarbeiter/-innen zukunftsorientiert weiterentwickelt. Genau hier setzt unser Projekt an.
Vor dem Hintergrund der skizzierten Ausgangslage wollen wir gemeinsam mit Management, Interessensvertretung und Beschäftigten Qualifizierungsmaßnahmen entwickeln, die aktuelle und künftige Anforderungen eines bestehenden Arbeitssystems aufgreifen und dabei zielgruppenspezifische Aspekte in der Gestaltung der Lernprozesse berücksichtigen. Außerdem geht es darum, die Lernförderlichkeit von Arbeitsinhalten, Arbeitsabläufen und Arbeitsumgebungen zu erhöhen.
Im Kern geht es also einerseits um den Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit der Arbeitnehmer/-innen durch Qualifizierung und lernförderliche Arbeitsbedingungen und andererseits um den Erhalt der Innovations- und Leistungsfähigkeit der Unternehmen durch die systematische Einbindung bzw. Ermöglichung formeller wie auch arbeitsimmanenter Lernprozesse. Beides zielt auf die mittel- und längerfristige Sicherung von Beschäftigung in bzw. durch Unternehmen.
Das Projekt wird dazu:
Die Umsetzung der Ziele erfolgt in unterschiedlichen Teilprojekten, die aufeinander aufbauen und sich wechselseitig ergänzen.
Teilprojekt 1: Identifizierung von Handlungsbedarfen (Potenzialcheck)
Der Potenzialcheck beinhaltet 4 Module:
1. Analyse aktueller und künftig zu erwartender Personalstrukturen
- Informationen über aktuelle Altersstrukturen und den künftig zu erwartenden
Arbeitskräftebedarf nach Tätigkeitsstrukturen und Arbeitssystemen.
2. Analyse des Grads der Lernförderlichkeit eines bestehenden Arbeitssystems
- Auskunft, ob Beschäftigte im Rahmen ihrer Tätigkeit zusätzliche Kompetenzen
erwerben oder inwieweit ein Abbau vorhandener Kompetenzen stattfindet;
erfolgt durch Befragungen und betriebliche Workshops mit Management,
Betriebsräten und Beschäftigten.
3. Externe Trends identifizieren
- über aktuelle und künftige Herausforderungen an das bestehende
Arbeitssystem (z.B. Kundenanforderungen, technologische Änderungen,
zu erfüllende Ziele u.ä.) in gemeinsamen Workshops mit Management
und Betriebsräten.
4. Maßnahmen ableiten
- basierend auf den Ergebnissen der vorherigen Analyseschritte werden in einem
Workshop zwischen Management und Betriebsräten betriebliche Maßnahmen zur
lernförderlichen Gestaltung des Arbeitssystems festgelegt.
Ziel dieser Maßnahmen ist es,
Teilprojekt 2: Betriebliche Gestaltungsmaßnahmen
Unter Beteiligung von Management, Betriebsrat und Beschäftigten werden die in den Analysen definierten Veränderungsmaßnahmen pilotartig umgesetzt, die Erfahrungen reflektiert und die Vorgehensweisen dokumentiert.
Beispiele für Veränderungsmaßnahmen sind:
Teilprojekt 3: Seminare für betriebliche Multiplikatoren
Es wird eine sechsteilige Veranstaltungsreihe für betriebliche Multiplikatoren (Management und Betriebsräte) entwickelt und erprobt. Dabei werden insbesondere aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse und Beispiele guter Praxis vorgestellt und der Transfergehalt für andere Unternehmen erörtert. Darüber hinaus sollen die Seminare auch helfen, möglichst vielfältige und passgenau zugeschnittene betriebliche Pilotprojekte zu initiieren.
Folgende Themenstellungen sind geplant:
Nähere Informationen über die Seminarreihe zukunft unternehmen – Führungskräfte, Betriebsräte und Fachexperten als Gestalter zukunftsorientierter Arbeit HIER ...
Aktuelle Termine und Themen finden Sie auf unserer Homepage unter der Rubrik Kongresse & Tagungen.
Teilprojekt 4: Sensibilisierung und Öffentlichkeitsarbeit
Über die betriebliche Ebene und jene der beteiligten Partner hinaus ist es ausdrückliches Ziel des Projekts, die Notwendigkeit der Gestaltung lernförderlicher Arbeitsbedingungen und Arbeitskulturen in die Öffentlichkeit zu tragen, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft dafür zu sensibilisieren und sie zu mobilisieren, geeignete Maßnahmen zu ergreifen.
DGB Industrieregion Mittelfranken
VBW e.V. – Vereinigung der bayerischen Wirtschaft
Amt für Wirtschaftsförderung der Stadt Nürnberg
Förderung durch den Arbeitsmarktfond des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familien und Frauen (ASF).