Gesunde Arbeit? Gesundheitskompetente Organisation = gesundheitskompetente Mitarbeiter und Mitarbeiter/-innen?!
Die Gesundheiterhaltung der Mitarbeiter/-innen und betriebliches Gesundheitsmanagement rücken bei immer mehr Unternehmen in den Fokus der Personal- und Arbeitspolitik. Nicht zuletzt die Debatten über Burnout, psychische Belastungen am Arbeitsplatz und die langsam spürbaren Konsequenzen des demografischen Wandels geben dem Thema einen neuen Schub. Doch was kann das konkret im eigenen Unternehmen bedeuten?
Am 5. Oktober 2011 diskutierten wir mit den 12 Teilnehmer/-innen aus 7 Unternehmen über Gesundheit, Gesundheitskompetenz und betriebliches Gesundheitsmanagement. Aus dem Blickwinkel der unterschiedlichen Funktionen – von der Geschäftsführung über Abteilungsleiter, BGM-/BEM-Beauftragte, bis zu Schichtleiter und Betriebsräten -, Betriebsgrößen und Branchen entspannte sich eine intensive und spannende Diskussion über das Thema Gesundheitskompetenz im betrieblichen Kontext. Auf Basis aktuell diskutierter Konzepte und Modelle der Salutogenese, Resilienz und Gesundheitskompetenz arbeiteten wir gemeinsam den Nutzen für das betriebliche Gesundheitsmanagement heraus.
Der Umgang mit psychischen Belastungen im Unternehmen zeigte sich bereits beim Einstieg in das Seminar als zentrales Thema – vom öffentlichen Dienst bis zur Gießerei! Wie man diese beispielhaft erheben kann, erkundeten die Teilnehmer/-innen anhand eines Tests zur Stressfaktoren und Ressourcen und diskutierten auf Basis dieser Selbsterfahrung wie auch anhand eines Praxisbeispiels, worauf beim Einsatz im Betrieb zu achten ist.
Anschließend beschäftigten wir uns mit der Frage, was heißt nun eigentlich Gesundheitskompetenz? Wozu soll meine Organisation gesundheitskompetent sein? Was heißt Gesundheitskompetenz bei Führungskräften und Mitarbeiter/-innen – und wie kann die Organisation diese unterstützen? Gesundheitskompetenz auf der organisationalen Ebene bedeutet, die Implementierung eines ganzheitlichen betrieblichen Gesundheitsmanagements – das sowohl Verhaltens- wie Verhältnisprävention umfasst, psychische und physische Belastungen im Blick hat, Gesundheitsressourcen identifiziert und stärkt, Gesundheit in die Unternehmensstrategie und Managementsysteme integriert. Und: Führungskräfte als Schlüsselpersonen für eine salutogene Gesundheitskultur im Unternehmen sieht und stärkt.
Besonders eindrucksvoll wurde von den Teilnehmer/-innen die Sequenz zum Thema Sinn meiner Gesunderhaltung erlebt. Wozu soll ich eigentlich gesund bleiben – eine auf den ersten Blick banale Frage, auf den zweiten Blick das Fundament für nachhaltige Gesunderhaltung. Gewinnbringend auf der persönlichen Seite, aber hilfreich auch für die Organisation: wozu möchte der Betrieb gesundheitsorientiert sein, handeln, wirken? Finde ich auf diese Fragen keine Antwort, so war die geteilte Einschätzung, bleibt BGM immer auch an der Oberfläche, vielleicht imagebildend, aber nicht wirkungsvoll.
Wir danken allen Teilnehmer/-innen für die offene, persönliche und intensive Diskussion. Die Anregung das weite, spannende und wichtige Thema Gesundheit im Unternehmen mit weiteren Seminaren zu vertiefen, nehmen wir gerne auf.