"Gesund – nicht nur bis zur Rente!?"
7. Seminar der profutura – Reihe
"Demographischer Wandel – Chancen und Lösungen"
am Dienstag, 30. März 2010
im Haus eckstein, Burgstraße 1-3, 90403 Nürnberg
Gesundheit stellt für die meisten Menschen – wenn man sie befragt - das höchste Gut dar. Wir wünschen uns zwar häufig "Gesundheit". Aber handeln wir auch danach? Häufig merken wir erst, was Gesundheit für uns bedeutet (hat), wenn sie uns abhanden gekommen ist. Über Selbstverständliches wird kaum nachgedacht. Gesundheit oder besser Gesunderhaltung sollte uns aber angesichts längerer Lebens(arbeit)zeit interessieren – sowohl als Beschäftigte als auch als Personalverantwortliche, Führungskräfte oder Betriebsräte. Das sahen die 21 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an unserem 7. Seminar am 30. März 2010 im Haus eckstein offensichtlich genau so. Referentin der Veranstaltung war Frau Ruth Holm (Diplom-Sozialwirtin), die ffw-interne Gesundheitsexpertin. Frau Holm arbeitet aktuell in einem BMBF-geförderten Gesundheitsprojekt in der Gießereibranche. Mehr dazu auf der Homepage von INDINA www.indina.de ...
Hauptanliegen des Seminars war es, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über neue wissenschaftliche Erkenntnisse und Trends zum Thema Gesundheit und Gesundheitsmanagement zu informieren und gleichzeitig anhand von Übungen und Kleingruppenarbeit konkrete Gestaltungspotenziale und –ansätze in den Unternehmen zu identifizieren. Wie der Titel "Gesund – nicht nur bis zur Rente?!" andeutet, geht es nicht um den kurzfristigen Ausgleich oder Begrenzung gesundheitlicher Schäden. Im Interesse des Erhalts der Leistungsfähigkeit als Unternehmen, und das schließt die langfristige Fachkräftesicherung mit ein, muss sich betriebliches Engagement auf eine langfristige Gesunderhaltung mittels systematischer Verhaltens- und Verhältnisprävention hin orientieren - und zwar jetzt.
Das Seminar startet mit Fragen wie: Was ist überhaupt Gesundheit? Ist Gesundheit mehr als die Abwesenheit von Krankheit? Und wenn ja, was gehört alles dazu? Bedeutet Gesundheit für jeden dasselbe? Was ist Gesundheitskompetenz? Die Antworten der Seminarteilnehmerinnen und –teilnehmer hierauf waren vielfältig.
Dass dies wenig überraschend ist, machte Frau Holm in ihrem einleitenden Statement zu unterschiedlichen Gesundheitsdefinitionen und –modellen deutlich. Zur Gesundheit gehören nicht "nur" körperliche und/oder psychische Unversehrtheit, sondern ebenso Lebensfreude und Wohlbefinden. Anhand des Modells der Salutogenese konnte verdeutlicht werden, dass ein starkes grundlegendes Gefühl des Vertrauens in die Bewältigbarkeit des alltäglichen Lebens (Kohärenzgefühl/ Stimmigkeit) die Bewegung auf dem Gesundheits-Krankheits-Kontinuum positiv Richtung Gesundheit beeinflusst und daher auch im betrieblichen Kontext zu fördern ist.
Arbeit – als Fluch oder Segen - war ein zweiter wichtiger Diskussionspunkt am Vormittag. Hier ging es um Anforderungen und Belastungen im Arbeitsleben und die Frage, weshalb manche dieselbe Arbeit als Herausforderung, andere dagegen als belastend und stressig erleben. Da wir sehr häufig die negativen und krankmachenden Aspekte unserer Arbeit im Blick haben, sollte mit einer Partnerübung die Aufmerksamkeit auf die verborgenen Gesundheitsschätze und –ressourcen in der Arbeit und im Unternehmen gelenkt werden. Dieses Vorgehen ermöglicht, vorhandene Ansatzpunkte systematisch aufzugreifen und betriebliche Gesundheitsprojekte zu initiieren. So leiteten die Teilnehmer in der anschließenden Reflexionsrunde gesundheitsförderliche Faktoren aus ihren Erzählungen und gehobenen Gesundheitsschätzen ab. Mehr dazu ...
Zentrales Thema des Nachmittags war betriebliches Gesundheitsmanagement. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollten zunächst einschätzen, in welcher "Liga" ihr Unternehmen "spielt". Mehr dazu ...
Im Anschluss an den Input von Frau Holm zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) und der Vorstellung des INDINA-Modells für ein ganzheitliches Gesundheitsmanagement wurden in Gruppenarbeit zum einen wichtige Aspekte zu zentralen Themenfeldern eines umfassenden ganzheitlichen BGM erarbeitet, und zum anderen aus der betrieblicher Erfahrungsperspektive "Stolpersteine" sowie "Erfolgsfaktoren" bei der Umsetzung eines Betrieblichen Gesundheitsmanagements zusammengetragen.
Auf die Frage, was die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der Veranstaltung mitnehmen, war mehrfach zu hören, wie überraschend es war, dass es im eigenen Unternehmen "eigentlich schon ganz gute Ansatzpunkte" gäbe, an denen man systematisch weiterarbeiten kann. Das macht Mut!
Impressionen aus der Veranstaltung