Am 30.09.09 fand das fünfte Seminar unserer achtteiligen Fortbildungsreihe "Demographischer Wandel – Chancen und Lösungen" statt. Mehr zu unserer Seminarreihe im Rahmen von profutura HIER …
Wie am Veranstaltungstitel ersichtlich: Es ging um die Frage, wie unterschiedliche Generationen in Unternehmen produktiv zusammen arbeiten können.
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Um es gleich vorweg zunehmen, die Unterschiede zwischen den Generationen hinsichtlich ihrer Arbeitsorientierungen sind nach Aussage von Dr. Richter, Gastreferent der BAuA, eher graduell als grundsätzlich. Und es gibt auch keinen "Krieg zwischen den Generationen", wenngleich von Generationengerechtigkeit auch nicht die Rede sein kann. Mehr …
Das Zusammenarbeiten zwischen unterschiedlichen Generationen kann gerade dann fruchtbar für das Unternehmen sein, wenn die Unterschiede zwischen Arbeitsleistungen, Interessen und Bedürfnisse anerkannt und geschätzt werden. Wie wir aus der Tradition des Handwerkbetriebs mit Lehrling, Geselle und Meister wissen, ist es sinnvoll für eine Unternehmensorganisation als Ganzes, wenn im Regelfall drei Generationen zusammenarbeiten. Denn alle drei verkörpern unterschiedliche, aber dennoch gleich notwendige Funktionen, Positionen, Erfahrungs- und Wissensbestände. In den Unternehmen, in denen ganze Generationen, wie z.B. die mittlere, nicht existieren, kommt es schnell zu Verständigungsschwierigkeiten zwischen den ganz Jungen und den Älteren. Dort wo die Gruppe der "50plus" nicht mehr vorhanden ist, mangelt es oft an Erfahrung und Gelassenheit. Und jene Betriebe, die schon seit längerem nicht mehr einstellen, entwickeln sich mit der Zeit wie neu errichtete Wohnsiedlungen; sie veralten, schließen sich ab, weil das Neue, durch die Jungen verkörpert, fehlt.
Anliegen der Veranstaltung war es, die Teilnehmer/-innen darauf aufmerksam zu machen, dass gerade die unterschiedlichen Potentiale der jeweiligen Altersgruppen in ihrem Zusammenwirken positive Effekte erzeugen. Dabei wurden neben neuen Erkenntnissen auch Unternehmensfallstudien sowie Instrumente der BAuA bzw. INQA vorgestellt. Es wurde u.a. folgenden Fragen im Plenum wie in der Gruppenarbeit nachgegangen:
• Welchen Anforderungen sehen sich Personalverantwortliche,
Interessenvertretungen und natürlich auch Beschäftigte angesichts
der Verlängerung der Lebensarbeitszeit gegenüber?
• Was wird in den Unternehmen schon umgesetzt, wo besteht Nachholbedarf?
• Wo liegen Möglichkeiten aber auch Grenzen für betriebliche und individuelle
Strategien?
• Wie geht man mit älteren Beschäftigten in Arbeitsbereichen um, in denen
körperlich schwere Arbeit auf der Tagesordnung steht (z.B. Stahlbau)?
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Am Nachmittag ging es speziell um kommunikative Missverständnisse und deren Ursachen. Herr Dr. Richter informierte über die Eigenarten der so genannten Generation der "Millenials", die gerade in die Unternehmen eintreten und die durch ihr Aufwachsen mit Handy, Internet, Facebook und Twittern besondere Werte, Leitbilder, Interessen und Verhaltensweisen ausprägen, die mitunter bei der etablierten Generation der "Baby-Boomer" auf Unverständnis stoßen. Mehr …
Wie deutlich die vorgestellten Sicht- und Handlungsweisen sowie Normen und Werte zwischen diesen beiden Generationen von einander abweichen können und folglich auch Verständigungsbedarf erzeugen, zeigte sich dann auch live in der lebhaften und durchaus kontroversen Diskussion zwischen den Teilnehmer/-innen. Die vorgestellten Strategien und Methoden, wie man mit solchen "Verständigungsschwierigkeiten" umgehen kann, sind bewährt - nämlich Anerkennung, Respekt und Wertschätzung des jeweils Anderen und oftmals Fremden und demzufolge auch das Eingehen von Kompromissen. Mehr …
Hier sind insbesondere die Führungsqualitäten seitens des Managements gefragt. Diesem Thema ist dann auch das 6. Seminar unserer Fortbildungsreihe im November gewidmet. Mehr Informationen zu unserem 6. Seminar hier ...
Fazit der Veranstaltung:
Das alte Thema der Verständigung zwischen den Generationen, schon der griechische Philosoph Sokrates beschwerte sich bitter über die Jugend, erfährt unter den Bedingungen des demographischen Wandels eine neue, so nicht erwartete Brisanz. Das Zusammenwirken unterschiedlicher Generationen in Unternehmen erzeugte immer schon Reibung, die aber gerade das Potential für Neues und für Kontinuität beinhaltet. Dagegen können die derzeit in vielen Unternehmen unausgewogenen Altersstrukturen Brüche und Verluste bewirken, die die Wirtschaftlichkeit und Leistungsfähigkeit massiv gefährden. Die Unternehmen und vor allem die zentralen Akteure wie Management und Interessenvertretung müssen sich deshalb diesem Thema stellen.
Das Feedback der Teilnehmer/-innen auf die Veranstaltung fiel sehr positiv aus. Wir danken Herrn Dr. Götz Richter für seine informativen Inputs!
Impressionen von der Veranstaltung ...