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Geplante Veranstaltungen

Eine für Alle? Vom Sinn und Unsinn mitarbeiterorientierter Führung

24.11.09
Beschreibung

"Eine für alle – vom Sinn und Unsinn mitarbeiterorientierter Führung"
6. Seminar der profutura – Reihe
"Demographischer Wandel – Chancen und Lösungen"
am 24. November 2009

"Den wahren Charakter eines Menschen erkennt man erst, wenn er Vorgesetzter geworden ist". Wer die konstruktiv – provokative Kraft solcher und ähnlicher Aussagen zu schätzen weiß und sich dadurch gern zu produktiv – anregenden Diskussionen hinreißen lässt, war am 24.12.2009 im Haus Eckstein genau richtig: Ging es doch – wie schon der Titel der Veranstaltung vermuten ließ – hierbei nicht darum, scheinbar „ideale“ Führungsmodelle zu vermitteln, sondern vielmehr darum, verschiedene Ansätze zu kritisch hinterfragen, mit den Erfahrungen der Teilnehmer abzugleichen und auf Ihre Tauglichkeit hin zu überprüfen. Dass dabei vieles bestätigt, manche scheinbare "Gewissheit" aber auch erschüttert wurde, war nicht nur unvermeidlich, sondern auch im Sinne der Veranstalter, die es sich zum Ziel gesetzt hatten, Fragen aufzuwerfen, zur Diskussion zu motivieren und neue Perspektiven auf ein scheinbar "altes" Thema zu ermöglichen.

"Wie hat sich die Krise auf die Mitarbeiterführung ausgewirkt? Welche Stärken und Schwächen wurden deutlich? Welche Folgen hatte dies für Mitarbeiter und Unternehmen? Was wäre wichtig gewesen?" – Mit diesen Fragen starteten die 16 Teilnehmer mit den beiden Referenten Dr. Silke Röbenack und Michael Zirlik und erkannten sehr schnell,  dass die zunehmende Unsicherheit oft auch zu einer Lähmung der Entscheidungsfähigkeit der Führungskräfte geführt hat, wo doch gerade Richtung, Halt und Orientierung für die Mitarbeiter in dieser Phase wichtig (gewesen) wären.
Nach einer theoretischen Abgrenzung von "Führung" und "Management" ging es darum, sich mit scheinbaren Gewissheiten“ der Führung kritisch auseinander zu setzen: "Ziel guter Führung ist es, dass Mitarbeiter Spass an der Arbeit haben", "Gute Führung erlaubt auch Fehler" und "Mitarbeiter wollen v.a. in Ruhe arbeiten und Geld verdienen" waren einige der Sätze, die hierbei nicht nur zwischen den Teilnehmergruppen "Betriebsräte" und "Führungskräfte" kontrovers Zustimmung oder Ablehnung erfuhren, sondern auch innerhalb der Gruppen zu regen Diskussionen führten.

Nach der anschließenden Darstellung wichtiger Führungstheorien entwickelten die Teilnehmer in gegenseitigen Interviews eine Vorstellung davon, was eigentlich in diesem Zusammenhang "Mitarbeiterorientierung" bedeuten kann und diskutierten anschließend in der Rolle der "Träumer", "Realisten" oder "konstruktiven Kritiker" nach der "Disney – Methode" die Vor- und Nachteile sowie die Realisierungschancen dieses Konzepts.
Hat sich vor dem Hintergrund situativer Führungsmodelle der Faktor "Mitarbeiterorientierung" als überholt erwiesen? Legitimiert der Ansatz der systemischen Führung jedes Führungsverhalten? Ist es folglich womöglich sogar egal, wie Führungskräfte ihre Mitarbeiter behandeln, wenn nur das unmittelbare Leistungsergebnis stimmt? Natürlich nicht! Vielmehr sprechen die zunehmende Zahl psychischer Erkrankungen, der zunehmende Anteil resignativ – zufriedener Mitarbeiter und der demographische Wandel eine viel zu deutliche Sprache und zeigen sehr deutlich, dass hier insbesondere auch Mitarbeiterführung Ihren Beitrag leisten muss, wenn das Unternehmen auch künftig noch mit gesunden, leistungsfähigen, lernbereiten und flexiblen Mitarbeitern innovativ und wettbewerbsfähig sein möchte. Nur: Der Dogmatismus aus der Zeit der "Human Relations" ist abhanden gekommen: Mitarbeiterorientierung ist nicht mehr per se ‚gut’ sondern wird – situativ sicher unterschiedlich – schlicht zur wirtschaftlichen Notwendigkeit.
Was dies in der Praxis bedeuten kann, stellten die beiden Referenten abschließend anhand zahlreicher Untersuchungen und zweier Fallbeispiele dar.

Teilnehmerfazit: Ein sehr lebendiges Seminar, das auch von der gesunden Mischung von Führungskräften und Betriebsräten lebte, das zur eigenen Standortbestimmung diente, viele Fragen aufwarf, einige davon beantwortete, und darüber hinaus auch noch länger bei dem einen oder anderen Teilnehmer für interessante Gespräche sorgen dürfte.

Präsentation
"Fachliche Einführung zum Thema Führung",
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